Fortsetzung, Pfändung, Verwertung

Fortsetzungsbegehren / Pfändung

Mit dem Fortsetzungsbegehren wird die Pfändung von Vermögens- oder Einkommensbestandteilen des Schuldners eingeleitet. Das Begehren ist beim Betreibungsamt am Wohnsitz des Schuldners einzureichen. Es ist kein Kostenvorschuss zu leisten; die Gebühren werden per Rechnung erhoben. Das Begehren kann frühestens 20 Tage, jedoch spätestens innerhalb eines Jahres seit der Zustellung des Zahlungsbefehls an den Schuldner gestellt werden.

Dem Begehren sind je nach Fall (als Originale) beizulegen:

  • Zahlungsbefehlsdoppel (falls dieser nicht durch das Betreibungsamt St. Margrethen ausgestellt wurde)
  • Beseitigung des Rechtsvorschlages
  • Gerichtsentscheid mit Rechtskraftbescheinigung
  • Verlustschein

Fortsetzungsbegehren PDF

Wurde ein Fortsetzungsbegehren durch den Gläubiger gestellt und durch das Betreibungsamt genehmigt, aber der Schuldner kann die Forderung nicht bezahlen, so wird geprüft, ob verwertbare Gegenstände vorhanden sind und entschieden (gemäss Art. 39 SchKG), ob die Betreibung auf Konkurs oder Pfändung fortgesetzt wird. Pfändungen werden bei Privatpersonen vorgenommen, Betreibungen auf Konkurs bei Firmen, welche im Handelsregister eingetragen sind.

Was wird gepfändet?

Auf Grund von Art. 92 ff. SchKG stellt das Betreibungsamt die pfändbaren Gegenstände fest (Grundstücke, Fahrnisgegenstände, Lohn, Verdienst, etc.) und pfändet sie, soweit dies zur Deckung der in Betreibung gesetzten Forderung erforderlich ist. Sind nicht genügend pfändbare Gegenstände vorhanden um die betriebenen Summe zu decken, wird die Pfändungsurkunde als provisorischer Verlustschein bezeichnet. Lohn und Verdienst kann längstens auf die Dauer eines Jahres ab Pfändungsvollzug gepfändet werden.

Wie geht es nach der Pfändung weiter?

Alle weiteren Fortsetzungsbegehren, welche innerhalb von 30 Tagen nach Vollzug einer Pfändung gestellt werden, bilden zusammen mit der vollzogenen Pfändung eine Pfändungsgruppe. Innerhalb dieser Pfändungsgruppe werden die Erlöse nach Art. 219 SchKG (Rangordnung) verteilt. Innerhalb einer Klasse werden die Beträge prozentual nach der Forderungshöhe verteilt. Nach Ablauf der 30-tägigen Teilnahmefrist erstellt das Betreibungsamt eine Pfändungsurkunde und versendet diese an den Schuldner und an die Gläubiger. Diese Urkunde gibt Aufschluss über die Gläubiger mit deren Forderungen, über die gepfändeten Gegenstände und über die Fristen zur Stellung des Verwertungsbegehrens. Bis zum Versand der Pfändungsurkunde dauert es ab Stellung des Fortsetzungsbegehrens in der Regel 1,5 bis 3 Monate. Das hängt vor allem davon ab, wie schnell die Pfändung vollzogen werden kann.

Verwertung

Die Verwertung der gepfändeten Vermögenswerte erfolgt nicht von Amtes wegen und nur auf ausdrückliches Begehren des Gläubigers. Bei einer Lohnpfändung ist kein Verwertungsbegehren erforderlich.

Verwertungsbegehren PDF

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