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Integration

Bedeutende Firmen wie die Bauwerk Parkett, die Bauunternehmung Gautschi, die Feyco, die GRAVAG oder Sun Snack, und natürlich auch die sechs ortsansässigen Banken und der Rheinpark sind auf internationale Fachkräfte angewiesen. In St. Margrethen wohnen und arbeiten deshalb Menschen aus zahlreichen Nationen.

Selbstverständlich sind wir auch mit vielen Herausforderungen im Zusammenleben mit fremden Kulturen konfrontiert. Diese meistern wir mit einer aktiven Integrationsarbeit, die bereits mit der Frühförderung im Vorschulalter startet und auf die beiden Pfeiler Fordern und Fördern setzt. Zentrale Elemente unserer Integrationsarbeit sind Information und Vernetzung, Spracherwerb und Bildung, aktive Arbeitsmarktintegration und eine vielseitige Jugendarbeit.

Unsere Erfahrungen in der Integrationsarbeit haben wir nach einem dreijährigen Pilotprojekt mit Beteiligung von Bund, Kanton und Region 2012 in den Aufbau einer regionalen Integrationsarbeit mit regionaler Trägerschaft einfliessen lassen. Hier betreten wir zumindest im Kanton St. Gallen Neuland.

Das Rheintal geht die Herausforderungen im Zusammenleben mit fremden Kulturen neu als gemeindeübergreifende Aufgabe regional und mit Unterstützung der eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen (kurz EKM) und dem Kanton an. Unsere Integrationsarbeit steht unter der Trägerschaft der Rheintaler Gemeinden von Rüthi bis St. Margrethen mit rund 68'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Diese zwölf Gemeinden stellen sich geschlossen hinter eine gemeinsame Integrationsarbeit.

Mit dieser regional verankerten Integrationsarbeit leistet das Rheintal Pionierarbeit. Die fachlich-strategische Leitung liegt in den Händen einer Steuerungsgruppe, in der auch Vertreter der EKM und des Kantons Einsitz haben. Die operative Arbeit leistet die Fachstelle Integration Rheintal in Rebstein. Sie betreut im Rahmen eines Leistungsauftrags auch kantonale Integrationsaufgaben.

Eine aktive Integrationsarbeit ist auch nötig: Seit den 80er-Jahren hat sich der Anteil von Personen mit ausländischer Herkunft im Rheintal verdoppelt; er liegt heute bei gut 25 % und die Zuwanderung ist ungebrochen. Probleme bereiten vor allem bildungsferne Migrantinnen und Migranten aus fremden Kulturkreisen, weil sie in Konjunkturkrisen überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Die Arbeitslosenquote der ausländischen Bevölkerung im Rheintal ist aktuell (Mai 2012) mit 5.5 % mehr als dreimal höher als diejenige der schweizerischen Bevölkerung (1.7 %). Dieser Faktor 3 begleitet und beschäftigt uns schon längere Zeit. Eine wichtige Massnahme ist deshalb die frühe Förderung der Sprachkompetenz, um die Startchancen in der Schule, in der Lehre und im Arbeitsleben von Anfang an intakt zu halten.

Integration ist eine ausgesprochene Querschnittsaufgabe, die nicht von einer Fachstelle allein bewältigt werden kann. Integration betrifft sehr viele Anspruchsgruppen, angefangen bei der Familie, der Schule, dem Arbeitgeber, den Vereinen, bis hin zur Gemeinde oder den Fachstellen. Um Erfolg zu haben, müssen alle an einem Strick in die gleiche Richtung ziehen. Darauf zielt unsere Vernetzungsarbeit.

Integration basiert bei uns auf den beiden Pfeilern Fordern und Fördern. Für Integrationswillige, die unsere Rechtsordnung und unsere Gepflogenheiten respektieren, stellen wir zielgerichtete Förderprogramme und -instrumente bereit und wir setzen uns für den Abbau von Integrationshürden ein. Mit einem besseren Zugang zu Sprache und Bildung unterstützen wir sie, ein wirtschaftlich gesichertes und eigenverantwortliches Leben in unserer Gesellschaft zu führen. Wir geben also Hilfe zur Selbsthilfe, erwarten dafür Integrationsbereitschaft und Mitwirkung. Ausländerinnen und Ausländer, die sich der Integration verschliessen und nur nehmen und nichts geben wollen, sind bei uns hingegen nicht erwünscht. Wir erwarten Verbindlichkeit und fordern sie auch ein. 

Frühförderung, Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration, aktive Kommunikation und Vernetzung sind zentrale Anliegen unserer Integrationsarbeit. Wir setzen auf eine starke regionale Zusammenarbeit, setzen Schlüsselpersonen als Mittler zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen ein, bauen geeignete Informationsgefässe auf und pflegen den aktiven Austausch mit allen relevanten Anspruchsgruppen.