Projekte

Strategische Entwicklungsprojekte

Ansiedlung Stadler Altenrhein AG
Anfang 2017 wurde die Absicht der Firma Stadler Altenrhein AG über die Verlegung ihres Standortes von Altenrhein ins Altfeldareal öffentlich bekannt. Dank einem optimalen Verfahrensablauf konnte Stadler bereits 15 Monate später, am 4. Juli 2018, den Spatenstich und die Grundsteinlegung für das neue Kompetenzzentrum für Doppelstocktriebzüge in St. Margrethen feiern. Seit Frühherbst 2018 laufen die Bauarbeiten auf dem Altfeld auf Hochtouren. Ein erster Hallenbezug erfolgt im September 2019 und der Komplettbezug ist ab März 2020 terminiert.

Das beachtliche Investment von Fr. 86 Mio. ist ein klares Bekenntnis zum Werkplatz Ostschweiz und zum Standort im Dreiländereck. Gebaut werden eine Produktions- und Lagerfläche von 35'000 Quadratmetern sowie klimatisierte Büros und Sitzungszimmer auf 4'000 Quadratmetern. Eine moderne Kantine für die Mitarbeitenden wie auch die optimale Anbindung an den öffentlichen und privaten Verkehr sind weitere Vorzüge der Verlagerung.

Die Gemeinde arbeitete 2018 zusammen mit den SBB am Genehmigungsprojekt für die Passerelle Altfeld. Dieses wurde den SBB am 1. Februar 2019 eingereicht. Die geplante Überführung dient in Zukunft als neue barrierefreie Langsamverkehrsverbindung über die Geleise hinweg und ist vor allem für eine zweckmässige Erschliessung von Stadler zwingend. In naher Zukunft wird sie täglicher Arbeitsweg für 300 bis 400 Personen sein. Über dieses Projekt wurde bereits vor knapp zehn Jahren eine Abstimmung durchgeführt. Weil sich die Arealnutzung gegenüber den damaligen Plänen wesentlich geändert hat und mit höheren Baukosten zu rechnen ist, wird das revidierte Projekt 2019 nochmals zur Abstimmung gebracht.

Zentrumsbelebung
Am 10. Juni 2018 bewilligten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einen Kreditantrag in Höhe von Fr. 1,9 Mio. für den Bau eines neuen Bushofs am Bahnhof mit knapp 77 % Ja-Stimmen. Das Projekt beinhaltet einen neuen, parallel zu den Geleisen angeordneten, gedeckten Bushof beim Bahnhof, eine Erneuerung und Verlängerung des SBB-Perrondachs, eine vandalensichere, moderne WC-Anlage, neue Veloabstellplätze und eine ansprechende Platzgestaltung im westlichen Bahnhofplatzbereich. Mit diesen Neuerungen kann der Bahnhofplatz seine verschiedenen Verkehrsfunktionen besser erfüllen und eine höhere Aufenthaltsqualität bieten.

Der Teilzonen- und Gestaltungsplan Bahnhofstrasse Südwest (Projekt Neustart) harrt weiterhin seiner Umsetzung. Anfang Mai 2018 wies der Gemeinderat die Einsprache gegen die Sondernutzungsplanung ab. Dagegen wurde Rekurs beim Baudepartement erhoben.

Mineralheilbad
Die Mineralheilbad AG entschied 2018, die Komplementärangebote zu Bad und Sauna wie Physiotherapie und Massage auf dem Kernareal zu realisieren. 2019 wird zu diesem Zweck zwischen Bad und Parkhaus ein eingeschossiger Neubau erstellt.

Neben dem Bad startet im Herbst 2019 der Bau eines Hotels. Die Verträge mit der künftigen Hotelbetreiberin sind unterschrieben. Der Überbauungsplan und die Baubewilligung sind in Teilbereichen noch anzupassen. Diese Arbeiten werden im 1. Semester 2019 erledigt.

Raumplanung und Bau

Totalrevision Schutzverordnung, Zonenplan und Baureglement
Nach einem mehrjährigen Prozess liegt die kommunale Schutzverordnung in überarbeiteter Form auf dem Tisch. Mit diesem Instrument bewahrt die Gemeinde ihr baukulturelles Erbe und schützt wertvolle Landschaften und Naturgüter. Im Frühjahr 2018 wurde eine Informationsveranstaltung mit anschliessender Vernehmlassung durchgeführt. Dabei gingen einige Reaktionen von Betroffenen ein. Mit ihnen wurde das Gespräch gesucht. Berechtigte Einwände sind in die anschliessende Bereinigung eingeflossen. Der Gemeinderat wird die Schutzverordnung im Frühjahr 2019 verabschieden, darüber in geeigneter Form öffentlich informieren und im Mai/Juni 2019 die öffentliche Auflage durchführen.

Die Totalrevision von Zonenplan und Baureglement läuft plangemäss. Im Juni 2018 wurde mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern das neue kommunale Raumentwicklungskonzept diskutiert, in welchem eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Innenentwicklungsmöglichkeiten in der Gemeinde erfolgt. Die Zukunft gehört der Innenentwicklung und der Verdichtung. Bevor zusätzliches Bauland nämlich eingezont werden kann, sind bestehende Baulücken zu schliessen und brachliegende Flächen in der Bauzone neu zu nutzen. Die Leitlinien und Instrumente geben das eidgenössische Raumplanungsgesetz, der kantonale Richtplan und das neue kantonale Planungs- und Baugesetz vor. Mitte Jahr lag der kantonale Vorprüfungsbericht zum Raumentwicklungskonzept vor. Gestützt auf diese Grundlagen wurde im 2. Semester 2018 die Umsetzung im Zonenplan und Baureglement vertieft analysiert, konzipiert und konkretisiert. Diese anspruchsvollen Arbeiten dauern auch 2019 noch an. Mit einer Auflage von revidiertem Zonenplan und kommunalem Baureglement ist im Herbst 2019 zu rechnen.

Grössere Bauprojekte Dritter
Im Baumgarten am östlichen Ortseingang, wo eine Wohn- und Gewerbeüberbauung mit integrierter Tankstelle geplant ist, erfolgte 2018 trotz rechtskräftiger Baubewilligung noch kein Baustart.

Nach einem jahrelangen Einspracheverfahren hat das Verwaltungsgericht die Beschwerde gegen den Überbauungsplan Spilleli (Schwegler-Areal) gutgeheissen und den Sondernutzungsplan aufgehoben. Der Gemeinderat hat entschieden, auf einen Gang vor Bundesgericht zu verzichten. Der Überbauungsplan wird nun zusammen mit der Bauherrschaft den Vorgaben des Verwaltungsgerichts entsprechend angepasst.

Gemeindeeigene Bauten und Anlagen

Der Gemeinderat hat das Programm für den Projektwettbewerb Strandbad Bruggerhorn am 19. November 2018 genehmigt und publiziert. «Üsi Badi» soll durch einen zeitgenössischen Neubau aufgewertet werden. Die 50-jährigen Bauten des Garderobentrakts und des Kioskgebäudes sind mit ihren Infrastrukturen in die Jahre gekommen und sollen ersetzt werden. Gleichzeitig wird das Konzept des Freibades überprüft und gestärkt. Erklärtes Ziel ist es, einen optimierten und zukunftsfähigen Badebetrieb zu konzipieren. Das Bauprojekt wird in einem offenen anonymen Projektwettbewerb evaluiert. Der Verfasser des Siegerprojekts soll dann mit der weiteren Projektierung des Vorhabens beauftragt werden. Die Wettbewerbsarbeiten werden bis zu den Sommerferien 2019 eingereicht und im September 2019 juriert. 250 Architekturbüros haben sich für den Wettbewerb angemeldet.

Das ehemalige Schulhaus Nebengraben wurde 2018 als neue Asylunterkunft in Betrieb genommen.

Verkehr

Johs. Brasselstrasse
Am 3. September 2018 erteilte der Gemeinderat einen Sanierungskredit in Höhe von Fr. 1,635 Mio. als gebundene Ausgabe. Die im Umsetzung befindliche Strassen- und Werkleitungssanierung in der Johs. Brasselstrasse war sehr dringend, weil die Funktionalität der Infrastrukturen und damit die Versorgungssicherheit in betreffenden Gebiet nicht mehr ausreichend gewährleistet waren.

Autobahnsanierung
Im Herbst 2018 konnte der für rund Fr. 160 Mio. sanierte Autobahnabschnitt Rheineck-St. Margrethen nach zweijähriger Bauzeit wieder uneingeschränkt dem Verkehr übergeben werden.

Gewässer und Hochwasserschutz

Schäflisbergbach
Der eingedolte Schäflisbergbach in der Dietrichshalde ist in einem baulich sehr schlechten Zustand und zu klein dimensioniert, um grössere Hochwassermengen schadlos ableiten zu können. Der kanalisierte Bach muss deshalb ausgebaut und gleichzeitig aus den Privatgrundstücken hinaus in die Dietrichshaldenstrasse verlegt werden. Zudem werden die Kanalisation, die Werkleitungen und die Strasse erneuert. Für die reine Bachsanierung wurde ein unterdessen rechtskräftiger Gewässer-Perimeter erlassen. Die Gesamtkosten des koordinierten Sanierungsprojekts kommen auf Fr. 2,83 Mio. zu stehen. Der Gemeindeanteil an den Gesamtinvestitionen beläuft sich auf Fr. 2,11 Mio. Am 25. November 2018 wurde das Projekt von der Bürgerschaft mit einem Ja-Stimmenanteil von gut 84 % gutgeheissen. Die Bauarbeiten starteten im Februar 2019.

Hochwasserpumpwerk Binnenkanal
Im Frühsommer 2013 und im Herbst 2017 hat der Rheintaler Binnenkanal durch Rückstau im Gebiet Neugrüt grossen Schaden angerichtet. Der Rheinpark, einzelne Industriebetriebe und Strassen waren vom Hochwasser betroffen. Der Gemeinderat hat deshalb im November 2017 ein Hochwasserprojekt in Auftrag gegeben, das 2018 realisiert und im Januar 2019 in Betrieb genommen werden konnte. Auf der Meteorwasserleitung kurz vor der Einmündung in den Rheintaler Binnenkanal wurde ein Pumpschacht gebaut. Dort wurden zwei Pumpen mit einer Leistung von total 1'000 Litern pro Sekunde installiert; sie pumpen fortan das im Gebiet anfallende Meteorwasser, das sich in der Leitung sammelt, in den Binnenkanal. Ein Schieber im Schacht verhindert, dass bei hohem Pegelstand Wasser aus dem Binnenkanal ins Industriegebiet gelangt. Mit dieser Investition in die Hochwassersicherheit können künftige Hochwasserschäden verhindert werden.

Versorgung

Rezertifizierung als Energiestadt
Die Bemühungen der Gemeinde in den Bereichen Energieeffizienz und Förderung erneuerbarer Energie wurden 2018 mit der erneuten Zertifizierung als Energiestadt mit 63 % honoriert. Dies entspricht einer Steigerung von 12 % und dokumentiert die grossen Fortschritte, welche die Gemeinde in vier Jahren erzielt hat. Die Gemeinde hat seit der letzten Zertifizierung im Jahr 2014 fast alle beschlossenen Massnahmen umgesetzt. Der Gemeinderat will in den kommenden Jahren sein Engagement noch weiter ausbauen. Er beabsichtigt:

  • eine längerfristige Sanierungsplanung für öffentliche Liegenschaften unter Einbezug der Energieeffizienz und der Nutzung von erneuerbaren Energien auszuarbeiten und umzusetzen;
  • Anreize für die Erstellung von Anergienetzen und Wärmeverbünden durch Private zu setzen, indem diese Projekte durch Anschlüsse öffentlicher Bauten, durch Beratungen und Förderbeiträge unterstützt werden;
  • den Bau von Photovoltaik-Anlagen weiter zu fördern und eine eigene Anlage auf dem Erweiterungsbau des Schulhauses Wiesenau zu realisieren;
  • Projekte zur Verbesserung der Rad- und Fusswegverbindungen sowie zur Siedlungsentlastung umzusetzen;
  • die E-Mobilität mit einer aktiven Bauberatung und dem Ausbau der öffentlichen Infrastrukturen auszubauen;
  • bei der Revision der kommunalen Nutzungsplanung (Richtplan, Zonenplan, Baureglement) energierelevante Anforderungen zu verankern, wie z.B. erhöhte Standards bei Sondernutzungsplanungen, Parkplatz- und Mobilitätsmanagement, Anschlüsse an Wärmenetze oder Vorrichtungen für E-Mobilität;
  • die Unterstützung privater Aktivitäten weiter auszubauen und relevante Zielgruppen häufig und direkt zu informieren.