Familienplanung

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Fragen und Antworten zu Sexualität und Familienplanung

  1. Wo kann ich mich über Schwangerschaft und Geburt informieren? 
  2. Wie können wir uns vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen? 
  3. Was heisst sexuelle Gesundheit? 
  4. Was kann ich tun, wenn ich mit der sexuellen Gesundheit Probleme habe? 
  5. Wie kann ich mich gegen Krankheiten schützen, die beim Sex übertragen werden? 
  6. Was ist Aids?
  7. Weibliche Genitalverstümmelung ist in der Schweiz illegal.

1. Wo kann ich mich über Schwangerschaft und Geburt informieren?

Schwangerschaft und Geburt werfen viele Fragen auf. Der Frauenarzt hilft Ihnen bei der Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung. In regelmässigen Abständen werden Kontrolluntersuchungen durchgeführt, um die Entwicklung des Kindes zu beobachten und mögliche Gefahren für Mutter und Kind zu erkennen. In der Regel können Sie selbst wählen, wo Sie gebären möchten. Im Verlauf der Schwangerschaft meldet Sie der Arzt oder die Hebamme für die Geburt an. Die meisten Frauen bringen ihre Kinder im Spital auf die Welt. Hausgeburten mit Unterstützung von Hebammen sind nur bei Schwangerschaften ohne Komplikationen ratsam. Die Grundversicherung bezahlt die Kosten der Geburt, Kontroll- und Ultraschalluntersuchungen sowie gewisse Kosten der Geburtsvorbereitung und Stillberatung. Seit 2005 gibt es in der Schweiz eine Mutterschaftsversicherung. Erwerbstätige Mütter erhalten nach der Geburt während 14 Wochen 80 Prozent des durchschnittlichen Lohns. Die Sozialen Diensten Mittelrheintal bieten eine Mütter- und Väterberatung an.
Weitere Informationen über die Entwicklung von Kleinkindern und Tipps zur Ernährung und zum Stillen.

2. Wie können wir uns vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen?

Mit modernen Verhütungsmethoden kann man die Geburt des Kindes planen. Die Wahl des Verhü-tungsmittels ist von verschiedenen Faktoren abhängig: der Lebenssituation, der persönlichen Einstel-lung und dem gesundheitlichen Zustand der Frau. Generell wird zwischen hormoneller und nichthor-moneller Verhütung unterschieden. Mehr Informationen zu den verschiedenen Verhütungsmitteln: www.verhuetungsinfo.ch. Alle diese Mittel verhindern keine Übertragung des HI-Virus und anderer Krankheitserreger. Die Benutzung eines Kondoms ist der einzige Weg, eine ungewollte Schwangerschaft und Krankheiten zu verhüten. Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder nach Versagen eines Verhütungsmittels gibt es die „Pille danach“. Diese sollte nur im Notfall verwendet werden und ist nur wirksam, wenn sie in-nerhalb weniger Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Die „Pille danach“ erhal-ten Sie rezeptfrei bei Ihrem Arzt oder in der Apotheke. Sind Sie selber ungewollt schwanger geworden, kann innerhalb von zwölf Wochen entscheiden wer-den, ob die Schwangerschaft abgebrochen wird. Ab der 13. Woche entscheidet der Arzt, ob eine Ab-treibung gerechtfertigt ist. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für den Schwangerschaftsabbruch. Weitere Informationen und Beratung erhalten Sie bei den Beratungsstellen für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität in St. Gallen, Wattwil, Sargans und Rap-perswil-Jona.

3. Was heisst sexuelle Gesundheit?

Sexuelle Gesundheit heisst, sich in einer Beziehung sexuell wohl fühlen. Den eigenen Körper und die eigenen Wünsche zu kennen, ist eine Voraussetzung dafür. Dazu gehört der Respekt gegenüber dem Partner. Das nötige Wissen über den Körper und dessen Funktionsweise ist in den meisten Lehrplänen der Schweizer Schulen festgehalten. Dies gehört auch zum Pflicht-Unterrichtsstoff in der 6. Klasse.

4. Was kann ich tun, wenn ich mit der sexuellen Gesundheit Probleme habe?

Die meisten Personen sprechen nicht gerne darüber: zirka 20 Prozent aller Männer ab dem 40. Le-bensjahr leiden an Potenzstörungen. Es ist normal, dass ab einem bestimmten Alter die Hormonproduktion abnimmt. Dadurch kann die Erregung beim Mann abflachen. Es existieren verschiedene Behandlungsmethoden, die Sie mit dem Arzt besprechen können. Auch Frauen können Probleme beim sexuellen Verkehr haben. Erregungsmangel, Lustlosigkeit oder Schmerzen kommen häufig vor. Dahinter können sich medizinische oder psychischen Schwierigkeiten verbergen. Die Beratungsstellen für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität von St. Gallen, Wattwil, Sargans und Rapperswil-Jona kann Ihnen bei Fragen oder Problemen weiterhelfen.


5. Wie kann ich mich gegen Krankheiten schützen, die beim Sex übertragen werden?

Körperliche Gesundheit beim Geschlechtsverkehr können Sie nur bewahren, wenn beide Partner auf mögliche Krankheiten untersucht wurden oder Präservative benutzt werden. Für Frauen empfiehlt sich, mindestens einmal im Jahr zum Frauenarzt zu gehen. Gebärmutter-Krebs kann schon einige Jahre vor Ausbruch diagnostiziert werden! Männer können sich bei spezifisch sexuellen Fragen und Probleme von ihrem Hausarzt oder einem Urologen beraten lassen. Durch körperlichen Kontakt und Sex können verschiedene Krankheiten übertragen werden, wenn man sich nicht schützt. In den nachfolgenden Links finden Sie Angaben, wie man sich schützen kann.

6. Was ist Aids?

Aids ist eine erworbene Immunschwächekrankheit, die sehr lange dauert und in der Regel zum Tod führt. Ursache ist eine Infektion mit dem HI-Virus. Es dauert manchmal Jahre, bis Aids richtig aus-bricht. Vorher spürt man unter Umständen gar nichts. Grundsätzlich wird der HI-Virus durch Blut oder Spermien- und Scheidenflüssigkeit weitergegeben. Mit Abstand am häufigsten – in fast 80 Prozent der Fälle – wird das HI-Virus sexuell übertragen. Das Risi-ko einer Ansteckung besteht bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Deshalb sollte bei eindringendem Verkehr immer ein Präservativ benutzt werden. Gefährdet sind längst nicht nur Homosexuelle. Rund die Hälfte aller Ansteckungen beruht auf heterosexuellen Kontakten. Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ist es daher wichtig, dass sich beide Partner ärztlich untersuchen lassen. Das HI-Virus kann niemand von aussen erkennen! Besonders betroffen sind Drogenkonsumenten. Das HI-Virus kann durch den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen übertragen werden. Deshalb muss immer sauberes Spritzbesteck verwendet werden. Eine Übertragung von der HIV-positiven Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen ist möglich. Mit geeigneten Massnahmen kann dieses Risiko aber deutlich vermindert werden. Keine HIV-Übertragung findet statt bei:

  • Bluttransfer in der Schweiz. Es gibt sehr strenge Sicherheitsbestimmungen.
  • Küssen, schmusen
  • Aus dem gleichen Glas trinken, das gleiche Essensbesteck benutzen, etc. 

7. Weibliche Genitalverstümmelung ist in der Schweiz illegal

In der Schweiz stellt die Beschneidung weiblicher Geschlechtsorgane eine Körperverletzung dar und ist verboten. Sie kann mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden. Das gilt auch, wenn das Mädchen in die Beschneidung eingewilligt hat. Wer eine weibliche Genitalbeschneidung durchführt, an ihr teilnimmt oder bei der Planung mitwirkt wird bestraft, egal ob als Arzt, Ärztin, Beschneider, Beschneiderin, Eltern oder Familienangehörige. Die Genitalbeschneidung kann in der Schweiz auch strafbar sein, wenn sie im Ausland vorgenommen wird. Weibliche Genitalbeschneidung verstösst zudem gegen internationales Recht.  

Infobroschüre http://www.terre-des-femmes.ch/de/publikationen/praeventionsbroschuere-fgm

 

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